Von Maya Heizmann, 29.12.2020
Sie macht aus Buttercrème schöne Lockenfrisuren: Wilenerin backt mit liebevollen Details
Prisca Wendelgass stellt in Wilen unter dem Label «Wirbels Tortenträume» spezielles Gebäck her.
«Gutes hat noch nie so lecker ausgesehen», sagt Tortenbäckerin Prisca Wendelgass. Man stimmt gerne zu, denn ihre süssen Unikate sind wahre Prachtexemplare. Fast zu schade, um sie zu essen.
Für die gelernte Handelskauffrau ist das Backen mehr als nur ein Hobby, es ist ihre Leidenschaft. «Meine Tochter war die erste, die von mir eine Motivtorte zum Geburtstag wollte», sagt sie. Durch sie kam sie auf den Geschmack, solche Torten zu backen. Sie nutzte jede Gelegenheit, um Freunden und Bekannten eine süsse Freude zu machen. Die Vielfalt an Süssem ist gross und zudem spannend. Angefangen bei Pralinen und Guetzli zu Cupcakes über Schichtdesserts, Mousses, Törtchen, Wähen, Rouladen und eben Torten.
Jede Torte ist ein Unikat. Im Gespräch mit dem Kunden werden das Motiv, der Geschmack, die Farben und die Grösse der Torte besprochen. Ob eckig, rund, quadratisch oder gar sechseckig die Torten werden je nach Wunsch der Kunden in vielen Grössen mit einem Durchmesser von 10 bis 35 Zentimeter angefertigt. Ob zum Geburtstag, Jubiläum, bestandener Prüfung oder zur Familienfeier, für Männer, Frauen, Grosseltern oder Kinder: Jede Motivtorte hat ihr eigenes Sujet, wie beispielsweise einen Früchtekorb, einen Turnschuh, schöne Blumen, ein grünes Fröschli, lustige Mäuse, süsse Katzen, ein Schiff oder gar Jasskarten, jeder Kundenwunsch wird erfüllt und die Fantasie von Prisca Wendelgass kennt keine Grenzen. Bevor sie die Torte backt, fertigt sie jeweils eine Skizze an und notiert die Zutaten. Die Bestellungen laufen über Mundpropaganda.
Nun sitzt Prisca Wendelgass am Stubentisch, vor sich eine noch ungeschmückte braune Torte. Zuerst hatte sie das Spekulatius-Biskuit gebacken und die Torte in Lagen geschnitten, danach mit Mandarinenpurée, Rahmquark und Spekulatius-Guetzli gefüllt. Über die Torte wird eine Ganache, eine Crème aus Schokolade und Rahm, gegossen, danach wird sie mit einer stabilen Fondantschicht versehen. Nun steht die Torte für die Verzierungen bereit. Die Ausschmückung braucht einige Zeit und viel Fingerspitzengefühl. Die Torte «Elchfräulein Rudolfina» erhält eine Lichtergirlande aus Fondant in allen Farben, dazu eine rote Nase, schöne Augen, ein Geweih und zum Schluss eine Lockenfrisur aus Buttercreme, gekrönt mit goldenen und silbernen Sternen. Das Elchfräulein sieht zum Anbeissen gut aus.
Spitzname Wirbelwind
«Für meine Torten verwende ich nur frische Zutaten», sagt die Bäckerin. Für die Ausschmückung brauche sie bis zu zwei Stunden, jedes Detail werde passgenau an die Torte angefügt. «Es ist eine reine Geduldsarbeit. Bei dieser konzentrierten Tätigkeit kann ich gut abschalten, es ist ein wahres Vergnügen», schwärmt Prisca Wendelgass, deren Spitzname Wirbelwind ist.
Maya Heizmann
29.12.2020